Nimmt Maß: Ein letztes Mal noch schnürt der Triberger Bernd Imhof die Ringerschuhe, dann kommen sie an den berühmten Nagel.
Ex-Bundesliga-Ringer hat nach 24 Jahren genug - Letzter Kampf für KSK Furtwangen
Bernd Imhof hängt seine Ringerschuhe an den Nagel. Nach Idol Ralf Entholzner nimmt ein weiterer ehemaliger Bundesliga-Ringer des SV Triberg innerhalb weniger Tage Abschied. Imhof wird am Samstag in einer Woche zum letzten Mal die Ringerschuhe schnüren. Der 30jährige läßt seine Karriere im Trikot des Landesligisten KSK Furtwangen ausklingen. Sie hat ihn fast durch alle Gewichts- und Verbandskassen gebracht. „24 Jahre sind genug. Zudem muß ich aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen einen Schlußstrich ziehen", so Imhof.
Schon als sechsjähriger kam der heutige Versicherungskaufmann „durch Kumpels" zum Ringen. „Der Höhepunkt war zu Beginn der 80er-Jahre das Erreichen der Bundesliga-Endrunde", bekommt der Triberger jetzt noch glänzende Augen. Als 14jähriger kämpfte er in der erfolgreichsten Zeit des Bundesligisten im Papier-(48 kg) und Federgewicht (52 kg); in einem Team mit Stratz, Entholzner & Co gegen namhafte Teams wie Goldbach und Schifferstadt. Imhof trat gegen Vize-Weltmeister Markus Scherer und den siebenfachen Deutschen Meister Willi Heckmann an. „Gegen beide habe ich zwar immer verloren, bin aber nie auf die Schultern gegangen", erzählt er stolz.In dieser Zeit verbuchte Imhof in den untersten beiden Gewichtsklassen seine größten Einzelerfolge als Südbadischer Meister im freien „und das, obwohl ich meine Mannschaftskämpfe in den letzten 15 Jahren fast nur im griechischen Stil bestritten habe."
Imhof liebt den Ringersport, bezeichnet ihn aber zugleich als Quälerei. Er hat auch die schweren Zeiten mit dem SV Triberg durchgemacht: das Auseinanderfallen der Bundesliga-Staffel, den Abstieg bis in die Oberliga. Mit Triberger Eigengewächsen wie Ewald Wolber, Hans-Jörg Brenneisen, Martin Hoppe oder Markus Kammerer versuchte er den SVT vor dem Fall ins ringerische Niemandsland zu retten.
Zu Beginn der 90er-Jahre trat Imhof kürzer, machte Platz für stärkere, auswärtige Ringer, mit denen der SV Triberg wieder Richtung Bundesliga ,,„, durchstartete und 1994 Vizemeister in der Zweiten Liga wurde. Als 2. Vorsitzender war er daran beteiligt.
Mittlerweile zehrt der Sport gesundheitlich am Hobby-Triathleten: „Ich habe hin und wieder Schmerzen im Schultergelenk und deshalb diese Saison so gut wie nicht trainiert." Dennoch würde er den gleichen Weg nochmal gehen, „denn Ringen ist eine tolle Sportart". Zu den schlechten Seiten gehört zweifelsohne die Abkocherei. Doch der ist Imhof in den letzten Jahren durch den Einsatz in der Klasse bis 90 kg bewußt aus dem Weg gegangen.
Daß er seinen Abschied nicht bei seinem Heimatverein, für den er 22 Jahre auf die Matte ging, feiert,stimmt Imhof nicht allzu traurig.