1966
Der Ehrenvorsitzende des KSK Furtwangen, Albin Nopper. Neben ihm der von der Ringermannsthaft des KSK Furtwangen in Urloffen errungene Johann-Frank-Pokal, der eine ganz besondere Geschichte hat, wie unser Beitrag zeigt.
Erinnerungen des Ehrenvorsitzenden des KSK Furtwangen
Am 1. März dieses Jahres waren es genau sechzig Jahre her, daß der Kraftsportklub Furtwangen ins Leben gerufen wurde. Der Vereinschronik lassen wir an dieser Stelle noch ein Gespräch mit dem Ehrenvorsitzenden Albin Nopper folgen.Albin Nopper, Ehrenmitglied und der bisher einzige Ehrenvorsitzende des KSK Furtwangen, hatte am 1. Juli seinen 74. Geburtstag gefeiert. Man würde dem untersetzten Manne dieses Alter nicht ansehen. Als wir ihn nach seiner Tätigkeit im Kraftsportklub Furtwangen befragen, muß er sich nicht lange besinnen: Viele Jahre lang Schriftführer, Protokollführer und Übungsleiter, Führer der Musterriege, Zweiter Vorsitzender, und von 1955 bis 1960 Erster Vorsitzender. Na, und schließlich 1964 die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.
Im Festbuch, das der KSK Furtwangen zu seinem Geburtstag herausgebracht hat Albin Nopper hatte es vor sich auf dem Tisch liegen entdeckten wir auf der Seite „Sportliche Erfolge": Gewichtheben, 1942 Albin Nopper, 4. Deutscher Meister Altersklasse". „Das war mein letzter und zugleich stolzester Erfolg" erzählt uns der alte Herr. Die ganze Elite des damaligen „Großdeutschland" war angetreten, da bedeutete der vierte Platz schon etwas.
Was er in seiner aktiven Laufbahn am liebsten betrieben habe, interessierte uns. Nach dieser Frage kam Albin Nopper ins Schwärmen. Gewichtheben sei eigentlich sein Fach gewesen. 25 Jahre lang war er aktiv mit dabei gewesen (dem KSK Furtwangen war er 1922 beigetreten). Am liebsten habe er aber mit der Musterriege gearbeitet. Musterriege? fragten wir. Und nun erklärte er: Das ist eine Gruppe von sechs, acht oder mehr Schwerathleten. Sie macht Jonglierübungen mit zwanzig Pfund schweren Rundgewichten (zu seiner Zeit waren es noch 25 oder 30 Pfund). Während er so erzählt, sieht man sie leibhaftig vor sich, die Männer in langen Hosen und in eng anliegenden Trikots, wie sie die schweren Gewichte handhaben, durch die Luft sausen lassen, einander zuwerfen, als seien sie aus Pappmache gefertigt. Diese Vorführungen der Musterriegen gehörten zum Eindrucksvollsten und Attraktivsten, das die Schwerathleten zu bieten hatten. Sie sind eigentlich fürs Freie gedacht. Die Furtwanger Musterriege hatte aber des öfteren ihre artistische Kunst in der Festhalle oder im damaligen „Lindensaal" demonstriert, ohne daß auch nur ein einziges der Gewichte „zu Boden ging". Albin Nopper bedauert lebhaft, daß sich keine jungen Männer mehr bereitfinden, eine solche Musterriege aufzubauen. Das Haupthindernis sieht er darin, daß eine solche Gruppe sehr viel zusammenarbeiten muß (abgesehen vom persönlichen Mut eines jeden einzelnen) um fehlerfrei auftreten zu können. Eine Musterriege hat in Furtwangen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr bestanden.Kraftsport damals und Kraftsport heute darüber wollten wir von Albin Nopper auch noch etwas hören. Das Gewichtheben hat sich in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg grundlegend geändert. Es genügt nicht mehr, daß sich ein starker Bursche vor eine Hantel stellt, zwei Zentner auflegt und nun probiert ob es geht oder nicht. Wer nicht nach einem durchdachten Programm trainiert und jeden Tag an der eigenen Hantel übt und nochmals übt, kann vorne nie mitreden. Nur so kann es geschehen, daß die Rekorde Jahr für Jahr buchstäblich „höhergedrüekt" werden. 150 bzw. 180 Pfund brachte Albin Nopper damals im Drücken und Stoßen hoch. Auf einem kleinen Nebentisch in seiner Wohnung entdeckten wir einen stattlichen Pokal. „Johann-Frank-Gedächtnisturnier 1965" steht darauf eingraviert. „Hans Frank das hat doch nicht etwas mit unserem Bürgermeister etwas zu tun?" fragten wir scherzhaft. „Gewiß", versicherte Albin Nopper. „Jener Hans Frank war der Vater unseres Bürgermeisters und der Gründer des Kraftsportklubs Urloffen. Die noch lebende Mutter von Bürgermeister Frank stiftete diesen Pokal und die Furtwanger Ringermannschaft schaffte im vergangenen Jahr Sieg und Pokalgewinn. Beim Ehrenvorsitzenden nimmt dieser Pokal heute einen Ehrenplatz ein."